Film Lab · Vorführung
Das Film Lab spricht die Sprache des analogen Films: belichtet, entwickelt, abgezogen. Zehn Stufen von der Idee bis zum Positiv. Diese Seite zeigt sie — und belegt drei davon an einer echten Einstellung.
Das fertige Buch aus Script Studio setzt auf Stufe ② auf. Alles davor ist Vorlauf, alles danach ist Herstellung.
Der Stoff, die Menschen, die Orte. Was ein Team am Tisch klärt, bevor eine Kamera aufgebaut wird.
Hier entsteht, was man ansehen kann — und hier setzt der Beleg weiter unten an.
Aus Einstellungen wird eine Sequenz, aus der Sequenz ein Film in den Formaten, die jemand abnimmt.
Zehn Kästchen sehen nach einem Generator aus, der Prompts in Clips verwandelt. Das Gegenteil ist der Fall: die Arbeit liegt in dem, was nach dem ersten Bild kommt — und das ist Handwerk, kein Knopf.
Cast, Requisiten und Vordergrund entstehen einmal freigestellt, werden wie ein Set angeordnet und dann zusammengelegt — statt bei jedem Versuch das ganze Bild neu zu würfeln.
Komparsen als eigene Ebene mit Bodenanker, dazu KI-Crowd direkt in die Platte gefüllt. Ganze Reihen und Tiefenstaffelung, ohne für jede Figur einen eigenen Dreh.
Murnau ist die Schnittumgebung des Hauses; daneben baut der Cutter aus den Projektdaten eine fertige Timeline — Schnitt als Code, nicht als Handarbeit von null.
Kontrolliertes Visual-Lipsync über Gesichts-Ausschnitt und Masken-Komposit. Und weil für den Lipsync ohnehin Sprachmaterial vorliegt, lässt sich daraus die Stimme klonen.
Dialog, Musik, Effekte, Atmosphäre — mit Automation, Ducking, Blenden und Raum. Eine Tonmischung, nicht ein Lautstärkeregler über allem.
Ein Projekt-Farbprofil, an dem sich alles Material ausrichtet, und am Ende Verwertungsprofile: sRGB, Rec.709, DCI-P3, Rec.2020 — mit HDR-Metadaten.
Eine Sache davon gibt es so nur hier. Ein Continuity-Pass prüft jede Einstellung gegen die vorherige — und zusätzlich gegen die Referenzblätter der Figur und des Orts. Der eigentliche Gegner beim KI-Film ist nämlich nicht der falsche Anschluss, sondern die Drift: das Modell zeichnet dieselbe Figur in jedem Shot ein bisschen anders. Ein Schnittprogramm müsste das aus dem fertigen Material erraten. Dieses Haus weiß, wie die Figur aussehen sollte, weil es das Blatt selbst angelegt hat.
Statt zehn Stufen anzudeuten, nehmen wir eine einzige Einstellung und zeigen jeden Schritt mit dem, was wirklich herauskam — samt Preis und Laufzeit.
SZ 04 — AUSSEN, BALKON, MORGEN. „Sie raucht, obwohl sie aufgehört hat.“ Die Szene steht zwischen einer Nacht und einem Morgen danach; ein Kammerspiel über zwei Menschen, die sich eine Wohnung teilen, seit die Beziehung vorbei ist.
Aus Slugline und Szenentext wird eine Regieanweisung: Einstellungsgröße, Optik, Licht, und die zwei Requisiten, die die Szene tragen.
Medium wide shot, 50mm, medium depth of field. Early morning on a narrow concrete apartment balcony. A woman in her late thirties, still in yesterday's clothes, stands at the railing holding a cigarette low and away from her body, as if it belonged to someone else. No ashtray — a chipped coffee saucer balanced on the railing. Behind her a sliding glass door stands half open onto an unlit living room; the interior reads as a black rectangle against the pale sky. Overcast dawn light, 5600K, soft and directionless, no sun, no golden hour. Cold desaturated palette. Fine 35mm grain, natural available light only. Composition boxed in by the railing and the door jamb — she is enclosed even outdoors. Observational, still, unsentimental.
Wer aufgehört hat, besitzt keinen Aschenbecher mehr — deshalb die Untertasse. Der Rückfall steht im Requisit, nicht im Gesicht.
Zwei Durchgänge. Der erste traf den Look, aber das Licht las sich als Abend statt als Morgen. Der zweite hat nur das Licht gedreht — Komposition, Ort und Haltung blieben unangetastet.
Das Standbild wird bewegt. Die Anweisung lautet: die Kamera steht still. Bewegen dürfen sich nur der Rauch, der Efeu — und einmal ihre Hand.
Dieselbe Einstellung, dasselbe Startbild, dieselbe Anweisung, durch drei Modelle. Gemessen wurde, ob der Kader wirklich stillsteht: Bildrauschen im unbewegten Hintergrund, erster gegen letzten Frame. Je höher der Wert, desto ruhiger die Kamera.
| Modell | Credits | Länge | Auflösung | Ton | Kader | Urteil |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Veo 3.1 fast | 60 | 8,0 s | 1080p | ja | 20,1 dB | wandert deutlich |
| Gemini Omni Flash | 80 | 10,0 s | 720p | ja | 36,1 dB | leichtes Schwimmen |
| Seedance 2.0 | 400 | 10,0 s | 1080p | nein | 40,3 dB | Kader hält |
Das teuerste Modell hält den Kader am besten — und ist stumm. Das billigste liefert nur 8 der bestellten 10 Sekunden und schiebt die Kamera weg, obwohl das Gegenteil verlangt war. Gewählt ist die Mitte: volle Länge, Ton, ein Fünftel des Preises — dafür eine Kamera, die leicht atmet, und 720p statt 1080p, weil dieses Modell die Auflösung gar nicht steuern lässt. Das ist keine Rangliste, das ist eine Abwägung — und sie fällt je nach Einstellung anders aus.
Eine Vorführung darf vorführen. Sie darf nicht so tun, als wäre sie etwas anderes.